Wie wichtig ist eine Privathaftpflicht ?

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FAQ Finanzfavorit

Wie wichtig ist eine Privathaftpflicht ?

Category : Privathaftpflicht

″Eine private Haftpflichtversicherung − wozu brauche ich die?″: Diese Frage wird in rund 30 Prozent der deutschen Haushalte gestellt. Das ergab eine Umfrage der Deutschen Vermögensberatung 2011. Dabei ist die Privathaftpflicht einer der wichtigsten Versicherungen überhaupt. Denn jeder Bürger haftet per Gesetz für alle Schäden, die er anderen zufügt − in voller Höhe und lebenslang.

Viele Verbraucher sind sich jedoch nicht bewusst, welche Konsequenzen das auf ihr Leben haben kann. Stellen Sie sich vor, sie sind auf einer Garten−Party und verschütten aus Versehen ein Glas Rotwein über das Smartphone des Gastgebers. Der Vorfall ist ärgerlich, das neue Gerät kostet aber nur wenige hundert Euro. Das können Sie wahrscheinlich noch verschmerzen. Eventuell muss die Summe in Raten abgestottert werden. Doch Ihr Leben ist dadurch nicht ruiniert. Anders sieht es aus, wenn Sie auf derselben Party am Grill den groβen Zampano spielen, Spiritus in die Flamme gieβen und eine Stichflamme den Gastgeber versengt.

Sie zahlen die Krankenkosten, den Verdienstausfall, Schmerzensgeld, eventuell den Umbau von Haus und Auto. Summen deutlich über einer Million Euro kommen da ganz schnell zusammen. Solch eine Belastung kann ein Normalverdiener in seinem ganzen Leben nicht aufbringen. Neben den moralischen Vorwürfen sind Sie ab diesem Vorfall zeitlebens in der Zahlungspflicht und finanziell ruiniert. Genau vor dieser Gefahr sichert eine Haftpflichtversicherung für den privaten Bereich den Versicherten.

Privathaftpflicht ist keine Pflicht, aber ein Muss

Ihre Assekuranz prüft einen von Ihnen verschuldeten Personen− oder Sachschäden und übernimmt alle entstehenden Kosten bis zur vertraglich festgelegten Höchstgrenze. Verbraucherschützer wie Versicherungsexperten plädieren daher seit langem einhellig: Eine Privathaftpflicht benötigt jeder. Damit auch langwierige und teure Schäden komplett von der Versicherung getragen werden, sollte die Deckungssumme ausreichend hoch angesetzt sein. Diese kann der Versicherungskunde selbst bestimmen. Versicherungsexperten raten zu einer Versicherungssumme von mindestens drei Millionen Euro. Da der Beitragsunterschied minimal ist, sind Abschlüsse über fünf oder zehn Millionen Euro aber durchaus in Erwägung zu ziehen.

Auch wenn es der Name vermuten lässt: Nicht Jeder benötigt eine eigene Privathaftpflicht−Police. Der Partner und die Kinder können ebenfalls unter den ″Schutzschirm″ der Versicherung schlüpfen. Bei Kindern endet der Versicherungsschutz nicht automatisch mit Vollendung des 18. Lebensjahres. Sind sie unverheiratet, gilt der Schutz bis zur Beendigung der ersten Lehre oder des Studiums. Als Faustregel gilt: Sobald der Nachwuchs berufstätig ist und das erste richtige Einkommen erzielt, steht eine eigene Haftpflichtversicherung an. Solle der Personenkreis über den Versicherten hinaus erweitert werden, muss aber die Police angepasst werden. Das ist bei den Versicherungsunternehmen problemlos machbar.

Achtung: Der Single−Tarif der Privathaftpflichtversicherung wird dann in einem Familientarif umgewandelt. Da mehr Personen für die Assekuranz statistisch ein höheres Versicherungsrisiko bedeuten, sind die Beiträge im Familientarif in aller Regel höher als in der Single−Ausführung.

Assekuranz prüft Schadensansprüche Dritter genau

Die Haftpflicht zahlt nur, wenn der Versicherte auch tatsächlich Schuld an einem Schaden ist. Daher prüft die Gesellschaft Schadensansprüche genau und weist sie eventuell als unbegründet ab. Ist der Versicherungsgegner mit der Entscheidung nicht einverstanden, steht ihm der Rechtsweg offen. Auch hier vertritt die private Haftpflichtversicherung sowohl ihre als auch die Interessen des Versicherten und übernimmt die Kosten des Rechtsstreits. Gegenseitige Schadensersatzansprüche innerhalb der versicherten Familie sind ausgeschlossen.

Grundsätzlich springt die Versicherung nur ein, wenn der Kunde einen Schaden unabsichtlich verursacht hat. Zerstört oder verletzt er absichtlich etwas oder jemanden, ist dies ein Fall für den Haftungsausschluss der Versicherung. Besprüht beispielsweise der jugendliche Sohn einen Zugwaggon und wird erwischt, muss die Familie die Schadensersatzansprüche der Bahn selbst tragen. Gleiches gilt, wenn der Versicherungsnehmer etwa aus Wut über den Nachbarn diesem ein Bein stellt und ihn dadurch verletzt.
Sobald Sie einer anderen Person einen Schaden zufügen, haften Sie mit Ihrem Privatvermögen dafür. Und so ein Fall tritt schneller ein, als Sie vielleicht denken. Sie leihen sich beispielsweise das sündhaft teure und nagelneue Notebook eines Bekannten aus. Aus Versehen kippen Sie beim Schreiben die volle Kaffeetasse über das gute Stück − Totalschaden.

Hier geht es um einige hundert oder tausend Euro. Das könnten Sie vielleicht noch aus eigener Tasche bezahlen. Anders sieht es schnell bei Personenschäden aus, die Sie verursachen. Hier übersteigen die Forderungen gerne die Millionengrenze. Das bedeutet für die meisten von uns den finanziellen Genickbruch.

Eine Haftpflichtversicherung rettet Ihnen in solchen Fällen das finanzielle überleben. Denn sie gewährt Ihnen den Kostenschutz für Schadensersatzansprüche, die sich aus der gesetzlichen Haftung ergeben und gegen Sie geltend gemacht werden. Sie ist keine Pflichtversicherung, doch besitzen schätzungsweise 75 Prozent der Deutschen aufgrund der hohen Haftungsgefahren eine private Haftpflichtversicherung.

Versicherung übernimmt die Prüfung der Ansprüche

Die Versicherung kommt für alle Schäden auf, die der Versicherte und die eventuell mitversicherten Personen anderen fahrlässig oder grob fahrlässig zufügen. Darunter fallen sowohl Personen−, Sach− und Vermögensschäden als auch Mietsachschäden. Tritt ein Schaden ein, untersucht die Versicherungsgesellschaft, ob und in welcher Höhe Schadenersatz besteht, und begleicht für Sie den Schaden oder wehrt unbegründete Ansprüche ab.

Gerade wenn Menschen betroffen sind, summieren sich die Beträge im Schadensfall rasch auf. Behandlungskosten, Schmerzensgeld oder sogar eine lebenslange Rente können zu Buche schlagen. Damit Sie auf der finanziell sicherere Seite sind und auch solch hohe Summen durch Ihre Police abgedeckt werden, sollten Sie die Versicherungssumme möglichst hoch wählen.

Sonst reicht im schlimmsten Fall das Geld der Versicherung nicht aus und Sie müssen einen hohen Restbetrag aus eigener Tasche obendrauf legen. Wir raten dazu, eine Deckungssumme von mindestens fünf Millionen Euro zu vereinbaren.

Mit der privaten Haftpflichtversicherung ist auf alle Fälle der Versicherungsnehmer geschützt. Wenn Sie Familie haben, lohnt sich der Abschluss einer Familienhaftpflichtversicherung. Dann sind auch Ihr Partner und die Kinder mitversichert.


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